Entschuldigungen können verschiedene Formen, Anlässe und auch unterschiedliche Motive haben. In einer Beziehung mit einem Narzissten, Soziopathen und Psychopathen ist es beispielsweise selten, dass man eine Entschuldigung hört und wenn eine solche denn mal ausgesprochen wird, dann kaum aus ehrlichen Absichten und eher damit die Person das ultimative Ziel erreicht, was nicht in der Versöhnung oder in der eigentlichen Entschuldigung liegt. Eine Entschuldigung wird also lediglich als ein Mittel zum Zweck verwendet. In diesem Artikel geht es um die Entschuldigungen, die von anderen Menschen ausgesprochen werden und was die Beweggründe und Absichten für Entschuldigungen sein können.

Sprachlich analysiert ist eine Entschuldigung eine sehr spannende Sache: 
Die «Ent-Schuldigung» spricht wörtlich auf ein Verzichten auf die eigene Schuld an. Wenn sich also jemand entschuldigt, meint diese Person dementsprechend eigentlich, dass sie sich von der Schuld frei macht und keine wirkliche Schuld eingesteht. In verschiedenen Sprachen hält sich das unterschiedlich mit der eigentlichen Meinung des Wortes, das für eine Entschuldigung verwendet wird, in der spanischen, portugiesischen sowie in der deutschen Sprache sind solche Wörter häufig aufgrund der Nähe zur Kirche sehr christlich religiös behaftet, wohingegen «Apology» im Englischen aus dem Griechischen stammt und eher der Verteidigung vor Gericht ähnelt.

Nun gibt es verschiedene Arten von Entschuldigungen, die es zu untersuchen lohnt:

«Sorry»
Ist in der deutschen Sprache eine häufig eher salopp verwendete Form der Entschuldigung. Dies kann einfach dahingesagt sein oder auch um eine Situation wie einen Zusammenstoss im Kaffee auf möglichst angenehmste Weise zu lösen. Dies ist eher unter Freunden oder mit Fremden betreffend einer Kleinigkeit angebracht.

«Ich möchte mich entschuldigen»
Diese Aussage ist noch kein ausgesprochenes Sentiment des Gefühls, dass sich die Person schlecht fühlt oder es ihr leid tut. Dies kann einen Einstieg in die Schuldanerkennung der umgangssprachlichen Entschuldigung sein, ist aber an sich noch überhaupt keine Aussage, die Gefühle reflektiert.

«Es tut mir leid»
Dies ist die einzige «echte» Form sich zu entschuldigen, eine Verantwortung für eine Situation einzugestehen und seine Gefühle des Leids darüber zu bekunden. Dies sollte ernst gemeint sein, dann kann das Gegenüber dies eventuell auch besser aufnehmen. Von seinen Gefühlen zu sprechen ist eigentlich nie unangebracht und führt oft zu klärenden Gesprächen.

Dann gibt es allerdings auch einige Menschen, die sich ständig entschuldigen. Chronisches Entschuldigen für allerlei Dinge kann auf eine soziale Konvention zurückzuführen sein und damit auf eine gesellschaftlich hierarchische Problematik hindeuten. Manche Menschen entschuldigen sich auch, um soziale Interaktionen zwischen Menschen freundlich und hilfreich zu halten.

Wenn es nun aber um Menschen geht, die sich chronisch für allerlei Unwichtigkeiten entschuldigen, ohne dass eine Entschuldigung wirklich angebracht oder nötig ist, dann weist dies ein klares Verhaltensmuster auf. Solche Verhaltensweisen können auf tiefer liegende Probleme hindeuten. Diese Menschen können möglicherweise ihre echten Gefühle durch eine Entschuldigung maskieren oder sich selbst im Angesicht des Gegenübers herunterstufen. Dies kann auf ein schwaches Selbstwertgefühl hindeuten und durchaus negative Implikationen für diesen Menschen haben.

Das Brechen dieses Entschuldigungs-Musters braucht ein Umdenken und etwas Übung. Hier findest du einige Tipps dafür:

Jedes Mal wenn du dich entschuldigst, fragst du dich künftig, warum du eine Entschuldigung ausgesprochen hast und ob sie gerechtfertigt war. Es kann erst überraschend oder sogar erschreckend sein, wenn du dich anfängst darauf zu achten. Nach ein paar Tagen kannst du dann versuchen zu analysieren, was du empfindest, kurz bevor du die Entschuldigung aussprichst. Es kann sein, dass du dich in dem Moment bedroht, ängstlich oder peinlich berührt fühlst und du dich deswegen entschuldigst, damit du die Spannung der Gefühle in dir vermeintlich lösen kannst. Mit der Zeit kannst du dann jedes Mal, wenn du schnell eine Entschuldigung loswerden möchtest, kurz innehalten und dann dich selber aufhalten, bevor du die Entschuldigung aussprichst. So lernt dein Gehirn, dass dein Verhaltensmuster sich verändert hat und du kannst gezielt an den Gefühlen hinter deinem Entschuldigungs-Verhalten arbeiten.

Es kann sein, dass dich die Situation an eine frühere Situation oder sogar an etwas aus der Kindheit erinnert. Diese Verknüpfung gilt es dann gezielt aufzulösen, damit du dich nicht stets unnötig unter den Scheffel stellst. Die Hypnosetherapie kann dir gerade mit solchen Verknüpfungen und Verhaltensmuster sehr effektiv und nachhaltig helfen. Sie ist die einzige Therapieform, bei der direkt im Unterbewusstsein gearbeitet wird, womit du neue Denkmuster einfach und langfristig abspeichern und verankern kannst.

Im Allgemeinen gilt: Wir sollten uns nur entschuldigen, wenn wir etwas tun, wofür wir tatsächlich verantwortlich sind. Sich in anderen Situationen zu entschuldigen schafft eine ungesunde Hierarchie und gibt der anderen Person das Gefühl, dass wir uns unterordnen und unseren Platz in der Situation nicht verdienen. Unangenehme Gefühle auszuhalten will manchmal gelernt sein…

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