Menschen können gemäss dem Anthropologen Ray Birdwhistell alleine mit dem Gesicht an die 250’000 Ausdrücke zeigen und bei anderen Menschen genauso erkennen. Besonders in der Politik ist es heutzutage bei öffentlichen Fernsehauftritten essenziell, dass die Präsentation und das Auftreten, körpersprachlich und verbal identisch in der Aussage ist. Viele Politiker lernen deswegen in persönlichen Coachings mehr zur Körpersprache, damit sie wissen, wie sie ihre Aussagen mit non-verbalen Signalen untermauern können und nicht das Gegenteil in einer gegensätzlichen Aussage preisgeben. 

Die Forschung hat gezeigt, dass besonders im geschäftlichen Umfeld, wenn eine Verhandlung übers Telefon geführt wird, die Person die Verhandlung gewinnt, die die besseren Argumente hat. In einer persönlichen Begegnung ist dies allerdings nicht der Fall, denn da ist die Person mit der authentischeren und sympathischeren Körpersprache der klare Gewinner. 60-80 Prozent des ersten Eindrucks einer neuen Person werden in den ersten Minuten verzeichnet und davon ist die Körpersprache der grösste ausschlaggebende Faktor. Genau gleich passiert dies, wenn wir neue Menschen in einem privaten Umfeld kennenlernen. Wir wissen bei einer ersten Begegnung sehr schnell, ob uns eine Person sympathisch ist, wie dominant, attraktiv, freundlich und sogar sexuell kompatibel dieser Mensch ist. Die meisten Forscher sind deswegen zu dem Entschluss gekommen, dass das gesprochene Wort lediglich zur Informationsweitergabe von Fakten benutzt wird und die Körpersprache alle zwischenmenschlichen Haltungen, Gedanken und Meinungen aussagt oder wiederspiegelt.

Forscher haben nach der Untersuchung einer These verlauten lassen, dass unabhängig von der Kultur eines Menschen, die Bewegungen und Gestik vorausgesagt werden kann, wenn die Stimme alleine gehört wird. Körpersprache ist zwar international und universal, aber gewisse Bewegungen und Gesten sind häufiger in gewissen Breitengraden verbreitet, wobei in anderen Regionen eher eine andere, z.B. bewegtere oder statischere Körpersprache gebraucht wird. Als Beispiel, in den Vereinigten Staaten steht man, zumindest im geschäftlichen Umfeld, etwas weiter voneinander entfernt, während es in südlichen Ländern weniger Abstand zwischen den Geschäftsparteien gibt. Ein Handschlag beispielsweise, ist auch kulturell bedingt; in westlichen Kulturen gehörte er, zumindest bis anhin zum guten Ton, in asiatischen oder arabischen Kulturen aber, ist dies nicht der Standard. Dabei wird natürlich auch der Anlass in Augenschein genommen – wenn eine Person bei einer öffentlichen Rede sich weniger bewegt und durch die aufrechte Körperhaltung mehr Autorität verströmen möchte, so ist die gleiche Person im privaten Umfeld womöglich gelassener und gestikuliert auch mal mit den Händen, unterstreicht damit visuell den Ausdruck, passend zum gesprochenen Wort. 

Beim nächsten Treffen, geschäftlich und privat, schau doch auch du mal auf die Körpersprache anderer und versuche deine eigene auch immer wieder zu beobachten. Dazu kannst du dir beispielsweise jeweils die Position der Füsse anschauen und dies für dich so notieren. Zur Entschlüsselung solcher Hinweise gibt es nämlich bald mehr in unserem Blog zu lesen!

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